Was ist Barriere-Freiheit?
Einleitung und Begriffserklärung
Der in der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV1) beschriebene Begriff Barrierefreiheit bezieht sich auf die Zugänglichkeit von Webseiten für behinderte Menschen. So heißt in Paragraf §2, dass die Gestaltung von Webseiten so entwickelt werde soll, das behinderten Menschen der Zugang zu ihnen ermöglicht soll.
In der folgenden Anlage wird eine Liste der Anforderungen aufgeführt, die bei der Entwicklung einer Webseite zu berücksichtigen sind.
Technische Anforderungen und ihre Techniken
So steht in Anforderung Nummer 1: „Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.„ Für die Entwicklung bedeutet dies, dass für jede Grafik eine Alternative in Form eines Textes bereitzustellen ist. Dafür hat das World Wide Web Consortiumi hat schon in der Spezifikation in HTML 4.02 die Möglichkeit geschaffen, genau das beispielsweise bei Bilder mit Hilfe des Attributs alt zu liefern zu können.
Damals…
Zu den Anfängen des Webdesigns wurden sowohl die Inhalte als auch die Design-Informationen ins selbe Dokument, der HTML-Datei, geschrieben. Dies ist bei einfach strukturierten bzw. kleinen Seiten noch gut überschaubar und vertretbar, aber wenn die Seite schon komplexer ist, muss man die Inhalt zunächst an der richtigen Stelle finden und gleichzeitig auch den Code für das Design anpassen oder achtgeben, diesen nicht zu beschädigen.
Ein Beispiel: Ein User lädt eine Seite mit folgendem Code-Fragment:
<table> <tr> <td><img src="LinkBild.jpg"></td>
Hier wird eine Tabelle benutzt, um Bilder anzuzeigen. Der Autor will mit Hilfe der Tabelle eine Liste von Bildern präsentieren.
Folgende Nachteile ergeben sich hier:
- Was sich für einen sehenden User sich den ersten Blick klar darstellt, bleibt anderen Usern verborgen. Es fehlt eine Struktur im Code. Schließlich verwendet man in Textverarbeitungen auch Formatvorlagen, um Kapitel und Gliederungen zu formatieren.
- Das Design der Seite kann durch die Größe eines Textes gesprengt werden. Der Browser stellt die Seite plötzlich mit großen Abständen und Lücken dar.
und heute
Gerade der letzte Punkt passiert heute auch noch. Allerdings kann man nun den Inhalt von dem Code (für das Design) zwar nicht komplett – aber auf ein gesundes Maß – trennen.
Das hat mehrere Vorteile:
- Der HTML-Code wird sofort übersichtlicher und kompakter.
- Derselbe Inhalt kann auf verschiedenen Medien und für unterschiedliche Benutzer-Gruppen angezeigt werden.
- Veränderungen an der WEB-Seite können mit einem leichteren Aufwand durchgeführt werden.
Dazu zählen Benutzer oder Programme, die die Seite anhand ihrer Struktur erfassen. Dazu gehören die Robots der Suchmaschinen und Blinde. Den Robots wird das Einsortieren und damit auch das Ranking der Seite mit einer deutlichen Struktur sehr vereinfacht. Blinde verwenden sog. Screen-Reader, die ihnen den Inhalt der Seite vorlesen.
Das Programm, dass dem Blinden die Seite vorlest, orientiert sich an einer Semantik. Findet es diese nicht vor, ist der User leider gezwungen, aus dem gesamten vorgelesenen Text, das wichtigste selbst zu entnehmen.
Wenn man sich selbst klargemacht hat, dass obige Reihe tatsächlich eine Liste ist, sollte man auch die Listen-Tags verwenden. In Textverarbeitungen erleichtert man sich das Erstellen von Gliederungen mit Nummerierungen. Eine ungeordnete Liste(<ul>) lässt sich mit CSS optisch sogar als Tabelle darstellen. So hat man das Design nicht verändert, aber die Seite semantisch korrekt geschrieben.
Fazit
Macht man sich Gedanken über den richtigen Einsatz von HTML-Tags, nimmt man nicht nur die geeigneten Werkzeuge und erleichtert sich die Formatierung, sondern erleichtert Robots und anderen Benutzern den Zugang zu dieser Seite.